24. Juli 2015 / Jessica Spreyer

Die 6 Hüte: Kreativtechnik für jedermann

Hilfe bei der Suche nach Ideen

Fast jeder Kreative kennt diese Situation, man soll ein neues Konzept entwickeln und weiß einfach nicht, wie man die Sache am besten angeht. Da spricht man auch hin und wieder von der „Angst vor dem weißen Blatt“. Man steht vor dem Nichts und muss so schnell wie möglich eine Idee hervorbringen. Was nun?
Wie erreicht man die Zielgruppe? Wie gewinnt man die größtmögliche Aufmerksamkeit? Wie schafft man etwas Neues, etwas Innovatives? Was gefällt dem Kunden und funktioniert die Idee letztendlich auch in der Praxis?
In einer solchen Situation hilft es, wenn man auf erprobte Kreativitätstechniken zurückgreifen kann und auf diese Weise seine Gedanken befreit. Solche Techniken helfen immer wieder, Problemstellungen aus neuen Blickwinkeln zu betrachten. So kommt man oftmals auf Ideen, die man durch die übliche Herangehensweise nicht hervorgebracht hätte.
Gewisse Techniken lassen sich dabei nicht nur zur Ideenfindung, sondern auch allgemein als Entscheidungshilfe zu Rate ziehen. Eine sehr beliebte Gruppenübung, die sich aber auch alleine durchführen lässt, nennt sich „Six Thinking Hats“ (6 Denkhüte) und wurde erstmals von Edward de Bono vorgestellt.

Die 6 Denkhüte (als Einzelübung)
Die Denkhüte helfen dem Anwender, seine Gedanken zu ordnen und verschaffen ihm auf diese Weise eine klare Sicht auf die Dinge. Die 6 Hüte werden durch 6 verschiedene Farben (weiß, rot, schwarz, gelb, grün, blau) repräsentiert, welche wiederum für 6 unterschiedliche Denkweisen stehen:

Der weiße Hut
– Analytisches Denken
– Objektivität
– Harte Fakten

Der rote Hut
– Emotionales Denken
– Subjektivität
– Gefühle und Meinungen

Der gelbe Hut
– Optimistisches Denken
– Spekulation
– Erfolgsbetrachtung

Der schwarze Hut
– Kritisches Denken
– Objektivität
– Problembetrachtung

Der grüne Hut
– Kreatives Denken
– Konstruktivität
– Ideenvielfalt

Der blaue Hut
– Ordnendes Denken
– Zusammenfassung
– Überblick

Nun wissen Sie für welche Charaktereigenschaften die 6 Denkhüte stehen. Die Herausforderung besteht jetzt darin, sich die einzelnen „Hüte“ aufzusetzen. Damit ist gemeint, dass man so tun soll, als wäre man selbst die Person, welche die der Hutfarbe entsprechende Ansicht vertritt. Am besten nimmt man sich dazu 6 Blätter Papier (dabei hilft es, diese nach den Farben der Hüte zu wählen) und geht diese nacheinander durch. Man beginnt, indem man sich alles notiert, was einem zu dem entsprechenden Thema, betrachtet aus der vorgeschriebenen Denkweise, in den Sinn kommt. Die Reihenfolge der Hüte spielt dabei keine Rolle, lediglich der blaue Hut sollte als letzter dran genommen werden, da er die einzelnen Gedankenstränge zusammenfasst und auf diese Weise die Ergebnisse liefert.
Die Beschäftigung mit der Denkweise des blauen Hutes ist folglich der wichtigste Schritt. Hier wägen Sie für und wider ab und gelangen so über kurz oder lang automatisch zu einem fundierten Resultat.

Sollten Sie also wieder einmal in eine Situation kommen, die Ihnen eine schwierige Entscheidung abverlangt, versuchen Sie sich doch einmal an den Denkhüten. Gut möglich, dass Sie schneller zu einem Entschluss kommen als erwartet!

 

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