23. Januar 2019 / Jessica Spreyer

Beschnittzugabe gibt Sicherheit

Druckdaten richtig aufbereiten

Sie wollten schon einmal einen Flyer bei einer Onlinedruckerei produzieren lassen und haben sich beim Durchlesen der Druckanforderungen gefragt, was es mit der Beschnittzugabe auf sich hat? Dann sind Sie hier genau richtig! Wir erläutern Ihnen, was die Beschnittzugabe genau ist und warum es diese überhaupt gibt.

Definition: Beschnitt/Anschnitt
Unter Beschnitt oder Anschnitt versteht man in der Druckproduktion einen über das Endformat einer Drucksache hinausragenden Rand. Deshalb auch Beschnitt„zugabe“, da zum eigentlichen Format ein Beschnitt addiert wird.

Wozu dient die Beschnittzugabe?
Diese wird benötigt, wenn ein Layout randabfallende Elemente enthält.

In der auf Papier basierenden Druckproduktion wird in der Regel auf Rollen oder Bögen gedruckt. Diese entsprechen jedoch nicht dem Endformat einer Drucksache. Stattdessen wird das Material bedruckt und erst im Anschluss auf das vorgegebene Format zugeschnitten.

Für das Layout bedeutet dies, dass wenn man beispielsweise Motive drucken möchte, die bis zum Formatrand reichen, diese über das Format hinaus platziert werden müssen. Nur auf diese Weise können ungewollte „Blitzer“ (unbedruckte Stellen) vermieden werden.

Wie entstehen Blitzer?
Auch wenn die heutigen Maschinen sehr genau arbeiten, gibt es eine gewisse Fehlertoleranz, die berücksichtigt werden muss. So kann es zum Beispiel durch den Papieranzug zu einer leichten Verschiebung des Trägermaterials kommen. Die Stanzung erfolgt also nicht immer exakt auf der dafür vorgesehenen Kontur.

Wie können Blitzer vermieden werden?
Dadurch, dass man Layoutelemente nicht auf Formatkante, sondern inklusive Beschnittzugabe herausspeichert, sichert man sich einen gewissen Spielraum. So können, selbst wenn die Stanzform verrutscht, Blitzer vermieden werden.

Wie groß muss die Beschnittzugabe angelegt werden?
– Bis zu einem Format von DIN A4 empfiehlt sich eine Beschnittzugabe von 3 mm ringsum.
– Ab Größe DIN A3 (ebenfalls abhängig von der zu bedruckenden Materialstärke) ist man mit einer Beschnittzugabe von 5 mm auf der sicheren Seite.

Achtung bei der Platzierung von Layoutelementen!
Eine Beschnittzugabe „x“ dient der Absicherung bei Stanzverschiebungen bis zur Größe „x“. Dies bedeutet im Umkehrschluss auch, dass sich, beispielsweise bei einer Beschnittzugabe von 3 mm, keine wichtigen Layoutelemente im Bereich „Endformat minus 3 mm“ befinden dürfen.

Fazit:
Wir hoffen, wir konnten Ihnen das System der Beschnittzugabe verständlich machen und Sie davon überzeugen, diese grundsätzlich zu berücksichtigen. Die einzige Ausnahme, bei der auf eine Beschnittzugabe verzichtet werden kann, bilden Layoutentwürfe, die keine randabfallenden Elemente enthalten.

 

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