11. Mai 2016 / Tanja Gattnar

Konzeption eines Flyers am Beispiel der „FASD Hilfe“

Von der Idee zum fertigen Produkt

Normalerweise bleibt der Kreativprozess für Außenstehende im Verborgenen, doch durch diesen Beitrag wollen wir Ihnen einen Einblick gewähren. Für ein kunden- aber vor allem zielgruppengerechtes Ergebnis umfasst der Arbeitsprozess folgende Teilabschnitte:

Der Auftrag
Konzeption und Gestaltung eines Flyers für die FASD Hilfe

Das Briefing
Unsere Ausgangssituation bildet das Briefing. Es beinhaltet Informationen und Fakten, die nur darauf warten, kreativ umgesetzt zu werden. Doch statt sofort loszulegen, sollte strukturiert an die Aufgabe heran gegangen werden.

Das Briefing beantwortet folgende Fragen:
1. Was leistet die FASD Hilfe?/Was zählt zu ihren Aufgaben?
• Die FASD Hilfe informiert und berät Menschen über die Krankheit FASD
• Unterstützt Betroffene durch Hilfsangebote

2. Was bedeutet die Krankheit FASD?/Wer ist betroffen?
• FASD (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) wird beim ungeborenen Kind durch den Alkoholkonsum der werdenden Mutter während der Schwangerschaft hervorgerufen
• FASD ist eine unheilbare, aber zu 100 % vermeidbare, lebenslange Beeinträchtigung des Frontalhirns

3. Wer ist die Zielgruppe?/Wer liest den Flyer?
• Junge Menschen mit FASD
• Betroffene Angehörige
• Mitarbeiter/innen der Jugend- und Sozialämter
• Fachkräfte, die mit der Betreuung und Förderung junger Menschen mit FASD betraut sind

4. Welche Informationen soll der Flyer vermitteln?
• Den Leser über die Krankheit aufklären
• Betroffene über Hilfsangebote informieren

5. Wo kommt der Flyer zum Einsatz?
• In sozialen Einrichtungen, beispielsweise Jugend- und Sozialämter, Pflegekinderdienste, Adoptionsvermittungen etc.

Die Analyse/Konzeption
Zu Beginn müssen Ziele formuliert und konzeptionelle Anforderungen ausgearbeitet werden. Es ist wichtig, die recherchierten Inhalte zunächst zu strukturieren, sodass später eine kurze und knackige Argumentation möglich ist. Ideal sind klare, einfache, verständliche und leicht erfassbare Informationen, die emotional und zielgruppengerecht aufbereitet sind. Die Aufmerksamkeit des Lesers kann optimal gesteuert werden, indem wichtige Botschaften hervorgehoben werden.

Die Gestaltung
In dieser Phase werden erste Gestaltungsentwürfe angefertigt. Als besondere Herausforderung erweist sich dabei der Übergang von Analyse zu Design, d. h. von der Problembeschreibung zur grafischen Lösung.

Layout
Eine übersichtliche Gestaltungsstruktur hilft dem Leser, Inhalte schnell zu erfassen. Besondere Inhalte, wie Fakten über die Krankheit, werden durch grafische Störer hervorgehoben.

Bildwelt
Emotionen und Gefühle lassen sich am besten durch Bilder zum Ausdruck bringen, denn sie kommunizieren in kürzester Zeit komplexe Vorstellungswelten. Angesichts des stark emotional aufgeladenen Themas, waren sensible Fotografien gefragt. Einerseits sollte die Belastung der Betroffenen zum Ausdruck kommen, andererseits die Perspektiven im Leben mit der Krankheit.

Varianten
Es werden mehrere Layoutvarianten entwickelt. Die Unterscheidung dieser liegt im Umgang mit dem Bildmaterial, dem Aufbau des Layouts und der Konzeption unterschiedlicher Titel.

Die Entscheidung
Eine intensive Recherche und durchdachte Konzeption sind die Basis für eine gute Argumentation. Sie befähigt die Agentur, eine fundierte Empfehlung auszusprechen. Schlussendlich ist der Kunde König – er fällt das finale Urteil. Die Entscheider auf Kundenseite werden das entworfene Produkt mit der Unternehmensidentität abgleichen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche der Varianten am besten zum Unternehmen passt.

Die Optimierungsphase
Dem finalen Entwurf wird basierend auf den Wünschen des Kunden der letzte Schliff gegeben.

Die Reinzeichnung
Nach Layoutfreigabe durch den Kunden, entstehen in der Endphase schließlich die druckreifen Daten. Sind alle Rahmenbedingung geklärt, werden Druckdaten und Spezifikationen an die Druckerei geschickt.

Kurze Zeit später steht er frisch gedruckt in den Startlöchern. Informativ, emotional und perspektivenreich – so liegt der Flyer bei der Beratungsstelle Stuttgart aus.

FASDFlyer03

 

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